Die Europäische Zentralbank in Frankfurt (EZB) steuert durch einen festgelegten Satz die Geld- und Wirtschaftspolitik in Europa. Die Bank legt den Zinssatz fest und gibt damit an, zu welchem Zinssatz Geschäftsbanken Geld, sogenanntes Zentralbankgeld, zur Verfügung gestellt bekommen.
Der Leitzins ist eigentlich nur die Umgangssprache für den Hauptrefinanzierungszins. Steigende Leitzinsen bedeuten, dass sich die Kosten der Unternehmen für die Aufnahme von Fremdkapital (Kredite, Darlehen etc.) über kurz oder lang erhöhen. Diese so steigenden Finanzierungskosten haben in der Regel die Auswirkung, dass sich die Gewinne der Unternehmen auf mittlere Sicht gesehen um genau diese höheren Kosten verringern.
Aber das gilt nicht nur für Unternehmen: Je geringer der Leitzins ist, desto günstiger werden auch Bankkredite für Privatkunden.
Im Tagesgeldmarkt lassen steigende Leitzinsen die Zinspapiere und Anlageformen wie Tagesgeld attraktiver gegenüber Aktien und Fonds werden. Denn fallende Aktienkurse bei den Unternehmen erhöhen die Attraktivität von Tagesgeld und Festgeld bei den Anlegern. Im Umgekehrten Fall haben sinkende Leitzinsen natürlich zur Folge, dass die Unternehmensgewinne steigen und Kursanstiege an den Börsen die Aktien wieder interessanter machen.
Niedrige Leitzinsen können zwar die Wirtschaft ankurbeln, dafür wächst aber die Gefahr einer höheren Inflation. Denn wenn Geld günstig zu haben ist, erhöht sich die Nachfrage und somit auch die Geldmenge. Und mehr Geld im Umlauf hat zur Folge, dass es an Wert verliert.
Im Endeffekt kann man sagen:
- bei steigenden Leitzinsen gewinnen festverzinslichen Wertpapieren bei der Bank, wie z.B. Tagesgeld oder Festgeld
- ein fallender Leitzins macht die Anlage in zinsbezogene Anlageformen weniger attraktiv und es fließt mehr Geld der Börse zu, in Form von Aktien oder Fonds